„Ich habe einen Verlag für mein Buch gefunden!“

In meinen letzten Beitrag habe ich ein wenig über die Entstehung meines Buches erzählt.

Als das Manuskript schliesslich fertig war, habe ich diverse vertraute Menschen gebeten, es zu lesen. Meine Familie, meine Freunde. Ich hätte nie gedacht, dass schon dieser Schritt mich so viel Mut kosten würde! Es fühlte sich ein wenig so an, als würde ich mit diesen geschriebenen Seiten eine Tür zu meinem Innersten öffnen.
Ich habe viele schöne, herzerwärmende und auch kritische Rückmeldungen bekommen. Dafür werde ich euch immer dankbar sein! Trotzdem konnte ich noch nicht so recht einschätzen, wie der Text denn bei jemandem ankommen würde, der mich nicht kennt. Gerade weil das Buch sehr persönlich ist, konnten sicherlich viele meiner engsten Freunde bei einigen Szenen Verbindungen zu meinem, zu unseren Leben ziehen und waren persönlich berührt. Wie würde aber jemand den Text lesen, der den Menschen dahinter nicht vor sich sah? Der den Text „nur“ als literarisches Werk sah? War es wirklich gut?
Ich zweifelte immer noch.
Irgendwann war ich aber dann doch bereit, das Manuskript einzusenden.
Ich habe verschiedene Verlage angeschrieben und mich dabei immer akribisch an die Vorgaben gehalten, die auf den jeweiligen Websites vorgegeben waren. Und die waren immer ein bisschen anders. Mal war nur ein Exposé gewünscht, mal eine Leseprobe von 5 Seiten, mal eine von 20, mal am besten das ganze Manuskript. Gemeinsam war bei allen Verlagen der Hinweis, dass man erst in einigen Wochen oder sogar Monaten mit einer Antwort rechnen könne. Wenn überhaupt. Deshalb staunte ich nicht schlecht, als ich von Herrn Wild vom Neptun Verlag haargenau 10 Minuten nach meiner Mail schon eine Antwort im Postfach hatte. Ich solle doch bitte das ganze Manuskript einsenden.
Was ich umgehend erledigte.
Und dann – passierte zwei Monate nichts mehr. Ich wusste, dass Herr Wild auf Reisen war und ich erst Ende August mit einer Rückmeldung rechnen konnte. Der Juli endete, der August verging, der September kam, und irgendwann fragte ich schliesslich freundlich nach, wie es denn um die Prüfung meines Textes stünde. Zum Glück!
Am 2. Oktober betrat ich dann zum ersten Mal die Büchereule in der Berner Altstadt. Es war ein wunderschöner, sonniger Herbsttag. Einer dieser Herbsttage, an dem die Luft golden schimmert und man noch die übriggebliebene Wärme des Sommers schwinden spürt.
Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. An viele Details des Gesprächs kann ich mich auch nicht mehr erinnern, denn spätestens als der Satz fiel «Ja, doch, ich würde ihr Buch gerne verlegen» und ich realisierte, was das bedeutete, war ich nicht mehr wirklich aufnahmefähig. Ich weiss, dass ich nach etwa eineinhalb Stunden die Büchereule verliess und als erstes meine Mam anrief. Dann meinen Paps. Ja; Wenn etwas Wichtiges passiert in meinem Leben, dann rufe ich auch noch mit drei Lebensjahrzehnten meine Eltern an. Und ich bin sehr glücklich und dankbar, dass das genau so ist!

«Ich habe einen Verlag für mein Buch gefunden!!»

Glückstrunken setzte ich mich auf dem Weg zum Bahnhof irgendwo in der Marktgasse auf eine Treppe und lachte ins Telefon.
Meine Eltern.
Dann Nina. Marco. Meli. Dänu. Aline. Andrea.
…es stimmt, Glück vermehrt sich, wenn man es teilt!
Ich wollte es am liebsten laut in die Berner Gassen rufen! Ich war so, so glücklich. Das mag vielleicht für den einen oder die andere etwas übertrieben wirken – schliesslich sind die Buchhandlungen voll mit vielen hunderttausenden Büchern und es gibt viele hunderttausende Schreibende da draussen. Aber für mich ging ein Lebenstraum in Erfüllung. Ein Traum, der mich seit vielen, vielen Jahren begleitet hat. Der manchmal präsenter war, und manchmal im Hintergrund etwas unterging. Er war aber immer da. All die vielen Stunden, in denen ich vor meinen Notizbüchern gesessen bin, oder vor meinem Laptop, meistens mit meinen Airpods in den Ohren und mein Herz auf Papier gebracht habe – und nun würde daraus tatsächlich ein Buch werden.
Unbeschreiblich.
Zuhause angekommen öffnete ich die grosse Flasche Bulmers Cider, die schon lange in meinem Kühlschrank stand, setzte mich auf meinen geliebten kleinen Balkon und stiess in der herbstlichen Abendsonne mit mir selber an. Was für ein Gefühl!

Seither ist so viel passiert, es ist eine unglaublich spannende Reise. Ich freue mich, euch beim nächsten Mal auf den nächsten Teil mitzunehmen!

Antworten

  1. Avatar von Evelyne Hess

    Liebi Laura
    das zieht mir grad dr Ermu inne😀, wie du dä Wäg bis zur „ Geburt „ vo dim Buech beschriebsch. Bi so gspannt was mi de erwartet wes ändlech i mim Milchchaschte liegt…

    Evelyne

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  2. Avatar von Sascha

    Ich freue mich enorm darauf dieses wunderbare Werk zu lesen. Es wird der Startschuss einer interessanten Autorenkarriere werden, das spüre ich schon jetzt. LG Sascha

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  3. Avatar von Tom

    Liebe Laura, du schaffst es immer wieder den Knopf der Tränendrüse zu drücken. Ich bin berührt ab deiner Schreibweise und wie du mit Worten umgehen kannst. Ich bin unheimlich stolz auf meine Tochter. Ich freue mich jetzt schon dein Werk.

    Bis bald, Paps

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