Auf dem Weg

Der letzte Blogbeitrag liegt schon eine ganze Weile zurück. Das liegt daran, dass ich in den letzten Wochen ziemlich absorbiert war mit dem Abschluss des Schuljahres. Diese Wochen im Juni sind immer sehr intensiv, es läuft noch sehr viel und gleichzeitig eigentlich doch nicht mehr. Es war für mich auch eine sehr emotionale Zeit, denn es waren die letzten Wochen mit meiner Klasse, die nun nach den Sommerferien weiterzieht in die Oberstufe. In den zwei gemeinsamen Jahren sind mir die Kinder sehr ans Herz gewachsen und der Abschied fiel uns schwer. Als Lehrerin ist es ausserdem die Zeit, in der sich auch die Erschöpfung des langen Schuljahres langsam aber sicher bemerkbar macht. Mittlerweile sollte ich eigentlich wissen, dass ich ab Anfang Juni präventiv sämtliche verfügbaren immunstärkenden Mittelchen einwerfen sollte – natürlich habe ich nicht daran gedacht und es hat mich voll erwischt.

Nun aber zurück zu meinem Buch!

Seit ich den Vertrag beim Neptun Verlag unterschrieben habe, durfte ich viel erleben, lernen und in eine ganz neue Welt eintauchen. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich mich zuvor noch überhaupt nicht mit dem Buchhandel und Verlagswesen beschäftigt – mein Interesse galt allein dem Schreiben an sich, dem kreativen, inspirierten Schaffen. Und nun fand ich mich auf einmal mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert! So hatte ich beispielsweise meine liebe Mühe, meine Autorenvita zu verfassen, meine Kurzbiografie, die dann auch auf dem Buchumschlag erscheinen wird. So viel habe ich in meinem Leben schon geschrieben, hunderte, ja tausende Seiten über die unterschiedlichsten Themen, über die grossen Fragen des Lebens – und dann sass ich da, sollte ein paar prägnante Zeilen über mich selbst tippen und brachte nichts wirklich Gutes zustande! Mittlerweile bin ich zwar sehr zufrieden mit meinem Text, ich finde, die Beschreibung trifft mich als Persönlichkeit doch ganz gut. Ich staune aber immer noch, was das für eine Herausforderung war. Und bin den lieben Menschen sehr dankbar, die mir mit ihren Rückmeldungen dabei enorm geholfen haben.

Auch die Wahl des Buchcovers war eine spannende Sache, auf die ich mich im Vorfeld sehr gefreut hatte. Ich hatte eine doch recht konkrete Vorstellung, wie das Cover aussehen sollte, damit es zur Geschichte von Edward und Noah passen würde, gleichzeitig aber absolut keine Erfahrung (ausser meinem sehr subjektiven eigenen Geschmack als Leserin), was denn ein gutes Cover ausmacht, was sich gut verkaufen könnte. Es dauerte alles in allem etwa drei Wochen mit vielen Mails, die hin und her geschickt wurden zwischen Verlag, Grafiker und mir, längeren Telefongesprächen und, nennen wir es mal intensiven Verhandlungen, bis der Entscheid schliesslich fiel. So viel sei gesagt, ich bin sehr glücklich mit dem Endergebnis und gespannt, wie das Buch dann in gedruckter Form daherkommen wird. Ich kann es kaum erwarten, es endlich in den Händen zu halten!

Ich habe eine eigene Homepage auf die Beine gestellt – als blutige Anfängerin ein Unterfangen, das einige Zeit und Nerven in Anspruch genommen hat. Ich kann mich gut erinnern, wie ich in meinen Frühlingsferien Stunden vor meinem Laptop verbracht habe und mich manchmal am Rande der Verzweiflung wiedergefunden habe, wenn wieder einmal ein einziger falscher Klick im Gestaltungstool von WordPress gefühlt ganze Kontinentalplatten verschoben hat und nichts, wirklich nichts mehr an dem Ort war, wo ich es wollte. Mit viel Geduld, etwas Übung und immer genügend Nervennahrung in Griffweite habe ich dann schliesslich eine in meinen Augen ganz hübsche Seite gestaltet. Sie ist allerdings immer noch ein Projekt im ständigen Wandel und ich habe immer wieder neue Ideen für die Gestaltung.

Auch die Produktion des Buchtrailers war eine schöne und auch witzige Erfahrung. Passende Videoaufnahmen zu finden, war zum Glück keine grosse Sache; Das Sprechen und Aufnehmen des Gedichts war dann allerdings wiederum eine unerwartete Challenge. Wer sich schon mal selbst auf einer Aufnahme oder einem Video hat sprechen hören, kennt dieses etwas befremdliche Gefühl: Bin ich das? Spreche ich wirklich so?! Wieso atme ich so laut? Ich muss weniger nasal sprechen. Und deutlicher. Und langsamer. Oder doch etwas schneller? In meiner kleinen Küche am Boden sitzend habe ich dann die idealen akustischen Bedingungen für die Aufnahme gefunden und nach einigen Versuchen war ich zufrieden.

Auch die Gestaltung des Flyers für die Vernissage sowie die Wahl der passenden Farbe von Vorsatzpapier und Kapitalband für das Buch waren kreative, schöne Arbeiten und Entscheidungen, die die Vorfreude auf das Erscheinen des Buches immer noch ein bisschen mehr zu steigern vermochten. Jetzt dauert es noch zwei Monate, bis es dann endlich so weit ist. Ich stelle mir immer wieder vor, was es für ein Gefühl sein wird, das fertige Buch vor mir zu haben. Dieses Werk, diese Geschichte, die mich über so viele Jahre begleitet hat und immer irgendwo Teil meines Lebens war – manchmal sehr präsent, manchmal eher im Hintergrund. Irgendwie ist die Veröffentlichung auch ein bisschen ein Abschluss von diesem Teil meiner eigenen Geschichte. Natürlich überwiegt die Freude, der Stolz. Und doch schwingt, wenn ich ehrlich bin, auch ein ganz kleines bisschen Wehmut mit, wie ein leises Seufzen, beim Gedanken, dass der gemeinsame Weg von Noah, Edward und mir mit dem Erscheinen dieses Buches sein Ende findet.

Das Schöne daran ist aber: Es gibt Platz für neue Geschichten und Figuren, die in meinem Kopf und meinem Herzen entstehen, Form annehmen, wachsen…

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