Heute!
Heute ist es genau ein Jahr her. Am 6. September 2024 ist mein Erstling «Alles, was das Leben ist» im Neptun Verlag erschienen. Ich kann mich noch ganz genau an diesen Tag erinnern, er ist präsent, als wäre es gestern gewesen, hat wie ein Stempel seinen Eindruck in mir hinterlassen. Es war ein Samstag, einer dieser Altweibersommer-Tage. Der Himmel blau, aber nicht mehr sommerhimmelblau, sondern ein weicheres Blau, das den langsamen Einzug des Herbsts schon ankündet. Es war warm, aber nicht mehr heiss. Eigentlich ziemlich genau so wie heute, ein Jahr später. Ich sass mit meiner Herzensfreundin am See, wir haben gepicknickt und sind sogar noch ein letztes Mal ins Wasser getaucht, als ich dann die erste Nachricht bekam, mit Foto.
«Es liegt im Orell Füssli in der Spitalgasse! DEIN BUCH!»
365 Tage später sitze ich an meinem Laptop, tippe diesen Blogbeitrag und muss bei der Erinnerung an diesen Moment lächeln. Was in einem Jahr alles passieren kann – ich denke so gern an die vielen schönen Erlebnisse zurück, die auf diesen Samstag folgten.
Ich durfte vor vielen lieben Menschen meine Buchvernissage halten – ein durch und durch magischer Abend, nach dem ich noch stundenlang wach im Bett lag und in überschäumender Glückseligkeit kaum Schlaf fand. Ich durfte aus meinem Buch vorlesen und den Leuten von meinem Weg erzählen. In Bibliotheken, im Dorfladen, im Apfelgold, im ONO, in der Schule. Durfte Bücher signieren und Hände drücken und Menschen umarmen, die sich für mich und mit mir gefreut haben, ehrlich und von Herzen. Ich durfte Anerkennung und Zuspruch spüren, durfte viele ehrliche Rückmeldungen entgegennehmen, die meisten positiv, einige auch kritisch, aber alle wohlwollend. Ich bin so unendlich dankbar für diese Reise. All diese Momente seit der Publikation meines Buches sind für mich Erinnerungen für die Ewigkeit.
Irgendwann kam dann aber auch ein Punkt, an dem ich etwas müde wurde. Trotz aller Euphorie, Energie und Liebe, die ich in mein Buch und die Vermarktung gesteckt habe, habe ich als Lehrerin einen Job, der in gewissen Phasen eben auch meine volle Präsenz und meinen ganzen Fokus verlangt. Im Februar verschlug es mir deshalb zwischen Lesungen und Elterngesprächen wortwörtlich die Sprache, ich brachte keinen Ton mehr heraus. Die Message war klar und ich habe verstanden.
Seither ist es deutlich ruhiger geworden. Die Phase der Veröffentlichung war irgendwann vorbei, die erste grosse Welle, auf der ich so gerne geritten bin, etwas abgeflacht. Bereits kamen neue Bücher auf den Markt. Ich habe realisiert, wie kurz der Moment doch ist, in dem man als Autorin interessant ist und sich und sein Buch auf dieser Bühne bestmöglich präsentieren muss. Ich habe mich oft gefragt, ob ich nicht noch mehr hätte tun sollen. Mehr Werbung, mehr Posts, mehr Bloggen, mehr Interaktion… Dann wiederum denke ich, dass ich doch auch einfach stolz sein darf, auf alles, was ich geschafft habe. Ich bin kein Mensch, der immer mehr will, nach immer mehr strebt. Ich kann sagen, dass ich während der ganzen intensiven Zeit nach der Veröffentlichung immer auf mich selbst gehört habe und alle Entscheidungen so getroffen habe, wie es sich für mich richtig angefühlt hat. Und damit bin ich sehr glücklich.
Die Geschichte von Edward und Noah hat mich über viele, viele Jahre begleitet. Sie war mal mehr und mal weniger präsent, aber sie war immer da. In meinen Notizbüchern, auf meinem Laptop, in meinem Kopf und meinem Herzen. Das Abschliessen und Veröffentlichen dieser Geschichte bedeutete für mich deshalb auch ein bisschen Loslassen, was bei mir nie ganz ohne Wehmut geschieht. Aber wo das Loslassen gelingt, hat man die Hände wieder frei – in meinem Fall zum Schreiben! Endlich gab es in meinem Innern Raum für etwas Neues. Neue Orte, neue Figuren, neue Ideen. In Sanary-sur-mer im Süden Frankreichs schrieb ich letzten Sommer also die ersten Seiten eines vollkommen neuen Manuskripts. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich erst eine vage Ahnung, wo mich diese neue Geschichte hinführen würde, und die Richtung hat sich im Verlauf der letzten Monate tatsächlich auch immer mal wieder etwas geändert. Mein Ziel ist es, das Manuskript in diesem Herbst zu vollenden. Und dann sehen wir, wo die Reise hingeht – ich darf mich sehr glücklich schätzen und bin dankbar, wird mir von Seiten des Verlages so grosses Vertrauen entgegengebracht. Ich hoffe, dass ich euch da schon bald einmal mehr erzählen kann!
Bis dahin gibt’s weiterhin Schnipsel meiner Texte, primär auf Instagram – ein bisschen Prosa, ein bisschen Poesie, ein paar Ausschnitte aus etwas Grösserem… und ich danke jedem von euch, der mich auf diesem Weg weiterhin begleitet!
Auf Bald!


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