Hi there!
Ja, es gibt mich noch, es gibt auch diesen Blog noch, auch wenn es sich gerade ein bisschen so anfühlt, als müsste ich hier erstmal kräftig den Staub wegpusten… Den letzten Beitrag habe ich im Frühling veröffentlicht. Irgendwie surreal, was in einigen Monaten so alles passieren kann, nicht?
Aber, um als erstes auf die Frage zurückzukommen: Ja, natürlich schreibe ich noch! So, wie ich es immer getan habe. Ich werde damit nie aufhören; das Schreiben gehört zu mir, mein Leben lang. Es ist nur so, dass das meiste davon aktuell auf meiner Festplatte oder meinem Handy oder meinem Notizbuch bleibt und nicht den Weg an die Öffentlichkeit findet, und das ist auch völlig ok. Schliesslich habe ich den grössten Teil meines Lebens genau so geschrieben: Für mich. Trotzdem hatte ich in den letzten Wochen immer wieder das Gefühl, dass ich euch mal wieder einen Einblick geben möchte. Hier ist er also, der Stand der Dinge.
Ja, ich schreibe noch. In letzter Zeit sind es häufig kürzere Texte, Gedichte oder einfach Gedankenschnipsel – einige davon poste ich auch auf Instagram, die meisten nicht. Ich bin nach wie vor unsicher, wie ich mich online präsentieren soll und will. Wie viel aus meinem Privatleben möchte ich teilen? Wie ästhetisch müssen meine Beiträge sein? Muss ich jedes Mal noch einen weiterführenden Kommentar dazu abgeben? Irgendwie fühlt sich das Ganze weniger intuitiv an als auch schon, und immer wieder ertappe ich mich beim Vergleich mit anderen Profilen und beim Gedanken: Mann, ich müsste wohl auch endlich mal anfangen mit diesem oder jenem, mit Videos, mit Reels, mit Live-Updates von meinem Sonntag in der Waschküche, sollte mehr meine «Community» aufbauen, obwohl ich gar nicht weiss, wie das geht, und ob ich das will… aber ich wiederhole mich, von diesen Schwierigkeiten habe ich schon öfters geschrieben. Social Media macht mir grundsätzlich immer noch Spass, aber ich bin noch immer suchend und manchmal überfordert mich das Ganze. Aber mit dem Schreiben aufhören? Nein! Das eine hat mit dem anderen eigentlich nur wenig zu tun.
Es ist jetzt zwei Jahre her, seit mein Debüt erschienen ist. Und immer wieder wird mir die Frage gestellt: Uuuuund? Wann erscheint dein nächstes Buch? Ganz ehrlich: Ich weiss es nicht. Das Manuskript ist fertig. Ich habe es gefühlt drölfzig Mal überarbeitet und bisweilen hätte ich am liebsten nochmal von vorne angefangen oder die Hälfte der Seiten in die Tonne geworfen, die Zweifel waren zeitweise riesig… aber der Text ist da, er ist geschrieben, er hat etwas zu sagen. Herzblut und Schweiss und Tränen sind hineingeflossen und auch diesmal viel mehr aus meiner eigenen Biografie, als ich ursprünglich geplant hatte – und ich bin bereit. Ich bin grundsätzlich bereit für dieses zweite Buch. Wie, wo, wann? Wir werden sehen. Viel mehr kann und will ich dazu momentan auch gar nicht sagen, weil vieles noch am Entstehen ist. Weil sich Dinge, Situationen, Gegebenheiten? verändert haben, die ich auch erst akzeptieren musste; weil ich meinen eigenen Weg finden und gehen musste, was nicht immer einfach war und mich zeitweise viel Kraft gekostet hat. Gewisse Türen muss man schliessen, damit andere sich öffnen können, auch wenn man es sich anders gewünscht hätte. Aber ich betrachte es als grosses Glück und Privileg, mein Leben und somit auch mein Schreiben so gestalten zu können, wie es mir gefällt. Und vor allem so, dass es mir gut geht dabei. Im letzten Beitrag habe ich Rainer Maria Rilke zitiert, der davon schreibt, dass wir Fragen aushalten und in die Antworten hineinleben müssen. Einige Antworten habe ich schon gefunden, die anderen warten irgendwo um die nächste Ecke auf mich, da bin ich sicher!
Ich habe in diesem Prozess der letzten Monate auch viel gelernt, meine Güte. Zum Beispiel, dass ich vielleicht besser meine Klappe gehalten hätte und keine Ankündigungen hätte machen sollen, die dann doch nicht eingehalten werden. Tja, meine Vorfreude hat mir da wohl ein bisschen den Kopf vernebelt. Aber was solls? Ich habe nicht den Anspruch an mich, alles perfekt zu machen. Das Wichtigste war und ist für mich, mir selbst treu zu bleiben. Und ich bin auch stolz darauf, diese Verantwortung mir selbst gegenüber mit Überzeugung wahrzunehmen, selbst wenn es bedeutet, dass man einen Schritt zurück machen muss. Auch das habe ich in den letzten Monaten immer wieder lernen dürfen.
Ziemlich kryptisch, das Ganze, nicht wahr? Hm. Ich hoffe, dass ich euch bald schon mehr erzählen kann.
Bis zum nächsten Mal!


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